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Lebenswende
Als begeisterter Naturfreund und Berg-
gänger konnte ich bis ins hohe Alter
von 91 Jahren allein oder mit Gruppen
unterwegs sein. Noch im Herbst 2003
nahm ich an einer Wanderung ins Zür-
cher Weinland teil.

Plötzlich, am 24. November, kam für
mich die Wende. Wie schon oft hatte
ich im Garten eine Arbeit verrichtet,
musste dabei auf die Knie und konnte
kaum noch aufstehen vor Schmerzen.
Der Hausarzt veranlasste sofort, dass
ich mit der Ambulanz ins Spital ge-
bracht wurde. Die Diagnose habe ich
allerdings nicht verstanden, auch nicht,
als mir der Chirurg eröffnete, man
müsse ein Bein ob dem Knie abneh-
men. Ein schwerer Entscheid – auch
für mich. Ich versuchte mich damit
abzufinden, hatten mich meine gesun-
den Beine bis dahin viel und weit ge-
tragen. Schon nach kurzer Zeit ver-
suchte ich zusammen mit einer The-
rapeutin mit einem Böckli zu laufen.
Ich bekam auch einen Rollstuhl, mit
dem ich einiges selbständiger wurde.
Meine Angehörigen und das Pflege-
personal kümmerten sich vorbildlich
um mich und machten mir Mut. An-
fang Februar wurde mir eine Bein-
prothese angepasst, und ich wurde
nach Wald-Faltigberg ins Kurhaus ver-
legt. Die neue Art, mich zu bewegen,
war mit Schwierigkeiten verbunden,
was auch zu zwei Stürzen führte. Den |
Rollstuhl beherrschte ich
unterdessen
recht gut. Mit meiner 89-jährigen Frau
lebte ich bis dahin in einem kleinen
Eigenheim. Nach gründlicher Ab-
klärung durch Fachleute an Ort muss-
ten alle Beteiligten einsehen, dass ich
mich zu Hause unmöglich zurechtfin-
den könnte. Auch wäre die Belastung
für meine Frau zu gross. Am 18. März
transportierte man mich nach Winter-
thur ins Krankenheim Adlergarten. Dort
wurde ich im 6. Stock freundlich auf-
genommen in einem Zweierzimmer.
Eigentlich kann ich mich
mit der neuen
Situation recht gut abfinden. Auch wer-
de ich oft besucht von den Kameraden
und der Familie.
Das Leben geht weiter –
aber auf an-
dere Weise.
Nach Fritz
Kuhn

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